×

Nitrocarburieren

Nitrocarburieren ist ein thermochemisches Verfahren zum Härten von Stahl, bei dem durch die Anreicherung von Stickstoff und Kohlenstoff die chemische Zusammensetzung verändert wird. Das metallische Gefüge wird nicht umgewandelt.

Beim Nitrocarburieren diffundiert neben Stickstoff auch Kohlenstoff in die Werkstückoberfläche. So entsteht eine Nitrierschicht, bestehend aus Verbindungs- und Diffusionsschicht. Mit diesem Verfahren lassen sich Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit niedrig- bis mittellegierter Stähle steigern.

Das Nitrocarburieren kann in verschiedenen Medien durchgeführt werden:
– im Gas (Gasnitrocarburieren),
– im Salzbad (Salzbadnitrocarburieren) oder
– im Plasma (Plasmanitrocarburieren).

Gasnitrocarburieren:
Das Verfahren wird bei Temperaturen zwischen 500 bis 630 °C in einem Gasgemisch (z. B. Ammoniak und Kohlendioxid) durchgeführt, das Stickstoff und Kohlenstoff abgeben kann. Ziel ist es, die Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit von niedrig- bis mittellegierten Stählen zu erhöhen.

Salzbadnitrocarburieren:
Das Verfahren wird bei Temperaturen zwischen 550 bis 630 °C in einer Salzschmelze (z. B. mit Alkalicyanaten und Alkalicarbonaten) durchgeführt, die Stickstoff und Kohlenstoff abgeben kann. Ziel ist es, die Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit von niedrig-, mittel- bis hochlegierten Stählen und von Gusseisen zu erhöhen.

Plasmanitrocarburieren:
Das Verfahren wird bei Temperaturen zwischen 350 bis 600 °C in einer ionisierten Gasatmosphäre durchgeführt, die Stickstoff und Kohlenstoff abgeben kann. Ziel ist es, die Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit von hochlegierten Stählen zu erhöhen.